Archiv für: März 2010
Worstel-Konst - Nicolaes Petter - Quellen
März 31st, 2010Wir haben euch Links der original Quelle und verschiedene Übersetzungen in englisch und deutsch zum Thema Worstel-Konst nach Nicolaes Petter's "Klare Onderrichtinge der Voortreffelijcke Worstel-Konst" zusammengetragen.
Wir wünschen euch viel Spass bei der Interpretation:
Das Orginal findet sich hier:
Petter's Worstel-Konst @ Escrime Ancienne (Danke, Oliver für den Link!)
Deutsche Übersetzung findet sich hier:
Nicolaes Petter´s Ring-Kunst vom Jahre 1674 @ UNI Giessen
Englische Übersetzungen finden sich hier:
Remko Prevo Übersetzung @ The Linacre School of Defence
Eli Steenput Übersetzung @ The The Dragon Preservation Society
Euer Fechtsaal - Gemeinschaft Historischer Fechter
Von Gewaltsamen Angreiffen der Achseln und deß Halte, mit geschwinden Bein-Schlägen
März 30th, 2010Abbildung 1
Als N und O einander mit beyden Händen oben an dem Armen bey den Achseln gefasset, ringen sie beyde, daß einer den andern oben her veeschwächen möge, damit sie hernach die Beine suchen können; und wann N durch grössere Kraft den O auf seine Seite biegen kan, so nimmt er diese Gelegenheit in acht, um mit seinem lincken Fuß dem O sein rechtes Bein unden auß zu schlagen.
Abbildung 2
O solches merckend, hebt sein Bein fornen auf, so daß deß N Fuß fehlschlagend darunder durch gehen muß, worauf O seinen aufgehebten Fuß wieder hinder deß N Bein (damit N ihne zutreffen vermeynte) niedersetzt, wodurch er Gelegenheit bekommt ihme solches außzuschlagen, und den N also nieder zuwerffen.
Abbildung 3
Diesem vorzukomen, lasset N mit seiner rechten Hand deß O Arm oben loß, und fasset inwendig dadurch hin dessen lincke Schulter, schlägt zugleich deß O rechte Hand unden loß, fallet mit seinem lincken Arm dem O um den Hals, drucket ihn nieder, da er inzwischen sein linckes Bein dem O hinder sein linckes Bein gesetzet, um ihne also rücklings niederzuwerffen.
Abbildung 4
O fühlende daß er auf diese Weise nicht kan stehen bleiben, lasset mit seiner lincken Hand deß N Achsel gantz und gar loß, und seine rechte Hand dem N biß auf die Mitten fallen, bücket sich nieder biß an sein linckes Knie, und greiffet mit seiner lincken Hand dem N unden an das Bein über deß N rechtem Fuß, welchen er fest haltet, den Ober-Leib mit der rechten Hand übertringet, um ihn also nieder zuwerffen.
Abbildung 5
Dieses letzte ist noch ein sonderlicher Griff, damit man sehr geschwind seinen Widersacher zu Boden werffen kan, welcher solches nicht verhüten kan : dann O stehend bey dem N, schreitet mit seinem lincken Fuß, welchen er wol fest setzet, hinder deß N linckes Bein, den er zugleich geschwind über den Armen bey der Kehle fasset, und sehr leichtlich rücklings niederwirfft.
1. freies Sparringtreffen
März 29th, 2010Samstag den 27.03.2010 13:00 Uhr, Start unseres 1. freien Sparringtreffens.
Teilnehmer:
Fechtsaal
Mispeldorn
Langes-Schwert
Trotz unserer halb spontanen Planung, waren wir immerhin 5 kampfwillige Fechter. Unser Angebot an Waffen hat unsere Teilnehmerzahl dabei um ein vielfaches überschritten. So waren vertreten: Einhandschwerter, Dolche, Messer, Säbel, Sicheln, lange Schwerter, halbe Stangen, Hellebarden und sogar Dreschflegel. Leider sind beide beim ersten Schlag zu Bruch gegangen... Zum nächsten Treffen, haben wir die nächste (stabilere) Version fertig.
Wir haben sogar die Möglichkeit gehabt mit einem philippinischen "Dolch", ein paar Flaschen zu schneiden. Hierfür danke an Oliver (Mispeldorn).
Wer zum nächsten Sparringtreffen eingeladen werden möchte, schreibt bitte einfach eine E-Mail über unser Kontaktformular. Ihr werdet dann in den Verteiler aufgenommen. Wir haben uns vorgenommen rund alle drei Monate ein Treffen zu organisieren. Es kann sein, dass wir auch spontane Treffen zwischenschieben. Also meldet euch jetzt an!
Wie man einem mit dem Kopff auff den Bauch lauffend darnieder stossen, oder über den Kopf hinauß werffen kan
März 29th, 2010Abbildung 1
Wann M gegen dem N in Postur stehet, kan er mit seinem Kopf gebücket dem N mit voller Gewalt auf den Bauch lauffen, und ihn also rücklings zu Boden werffen: Doch N dieses merckende, wendet sich ein wenig auf die Seite, wodurch M fehl stosset, und N Gelegenheit bekommet, dem M seine lincke Hand auf den Nacken zusetzen, ihn zugleich mit der rechten Hand hinden bey den Hosen fassend, und ihn also fortstossend ein stuck Wegs hinauß zu Boden wirft.
Abbildung 2
Als M gebückt mit seinem Kopf dem N auf den Bauch lauffen kan, kan er auf sein eines Knie niederfallen und den N zugleich mit beyden Händen fest in den Knie-Gelenken fassen, wann er alsdann seinen Kopf aufrichtet, kan er den N leichtlich über sich hinauß werffen.
Wie man sich gegen dem Messer-Außziehen beschirmen soll
März 28th, 2010Das gröbste und unverständigste Lumpen-Gesind, dessen angefeuerter Grimm mit keinem zusprechen zustillen ist, setzet gemeinlich sich selbsten alsobald in die gröste Gefahr, und haltet davor, es könne seine Uneigenkeit beygelegt werden, man ziehe dann die Messer auß, hinter welchen grosse Gefahr stecket. Damit sich nun die Friedliebenden, wann ihnen solches begegnet, davor hüten können, kan man sich also darwider setzen.
Abbildung 1
M gibt erstlich dem L einen Tritt mit dem lincken Fuß, und stosset ihm die rechte Hand in das Gesicht.
Abbildung 2
L greift in den Sack um sein Messer außzuziehen: Indem er nun die rechte Hand, mit deren er das Messer gefasset, aus dem Sack ziehen will, greift M mit seiner lincken Hand zwischen deß L Arm hindurch, und drehet mit seinem Arm deß andern Arm hindersich um, welches dem L alle Kräften benimmt, daß er sein Messer nicht außziehen kan.
Abbildung 3
Im Fall gleichwol L das Messer eher gefaset, als er der andere auf diese Weise hätte verhindern können, und er derohalben solches außziehen möchte, so fasset M mit seiner rechten Hand den L bey dem Gewerb seiner rechten Hand, und mit der Lincken etwas weiter oben an dem Arm, so kann er dem L den Arm gantz umdrehen.
Abbildung 4
M drehet dem L den Arm gantz um, und legt ihn auf seine Schulter.
Abbildung 5
Damit er nun dem L die Hand brechen könne darinn er das Messer haltet, so bringt M den Arm über seinen Kopf hin auf seine andere Schulter, und bricht sie so viel gewisser.
Abbildung 6
M kan auch deß L Arm, (wann er solchen wie in Abbildung 3. angewiesen worden, gefasset) hinden auf deß L Rücken drehen, und seinem lincken Fuß hinden in deß L Knie-Bug setzen.
Abbildung 7
Als M seinen lincken Fuß also in deß L Knie-Bug gesetzet, ziehet er den gefasseten Arm etwas höher nach sich zu, und zwinget den L für sich nieder zufallen; alsdann setzet er ihm das lincke Knie auf die Lenden, ziehet ihm den Arm noch höher, und benimmt also dem L alle Kraft.
Abbildung 8
Als M mit seiner rechten Hand den L bey dem Gewerb seiner rechten Hand, und mit der Lincken ein wenig höher an dem Arm gefasset (wie in der Dritten Figur zusehen) kan er deß L Hand nach seiner eigenen Brust zu drehen, schlägt ihm zugleich das rechte Bein mit seinem lincken Fuß unden auß, daß er rücklings niederfällt, lauffet daraus zu ihm ein, und kan also machen daß sich L mit seinem eigenen Messer verletzet.
Abbildung 9
Als L das Messer gezogen, und dem M damit von oben herab einen Schnitt geben will, so fasset M mit seiner lincken Hand den L bey dem Gewerb, greiffet ihm zugleich mit der Rechten under den Ellenbogen, und kan also dem L den Arm außwertz drehen, und dem L damit alle seine Kräften benemmen.
Abbildung 10
Im Fall L noch einen Schnitt von oben herab zuthun suchet, kan sich M in eine gewaltsame Postur stellen, und mit einem oder dem andern Bein dem L einen harten Schlag under das Gewerb seiner Hand versetzen, wodurch dem L das Messer auß der Hand springen muß.