Archiv für: August 2009
Johann Lecküchner - cgm582
August 31st, 2009Wir studieren das Fechten mit dem Langen Messer nach Johann Lecküchners Handschrift cgm582.
Details zu Johann Lecküchner findet man bei den Kollegen von Ochs: Lecküchner - der fechtende Pfarrer @ Ochs.
cgm582 befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek München, eine digitale schwarz/weiß Version findet sich hier: cmg582 @ Bayerischen Staatsbibliothek München.
Eine Transskription der Quelle wurde als Projekt von der Gesellschaft für prakmatische Schriftlichkeit erstellt - Transskription cmg582 @ Pragmatische Schriftlichkeit.
Euer Fechtsaal - Gemeinschaft Historischer Fechter
Meyer ordnet sein Langes Schwert selbst ein
August 24th, 2009Oftmals gibt es Diskussionen, ob Joachim Meyers Langes Schwert vielleicht ein versportlichtes oder besser gesagt, verfechtschultes System darstellt. Ob also ein Training nach Meyer nicht dazu führt, dass man sich ein System aneignet, das inhaltlich weit ab vom Blossfechten der Liechtenauer Tradition nicht mehr allzuviel mit der ursprünglichen Kampfkunst gemein hat und also eher ein (rauhes) Sportfechten darstellt.
Man kann nun umständlich und mit viel Aufwand, grossem Kampfkunstverstand und Fleiss Meyers System analysieren und mit anderen, älteren Quellen vergleichen, oder ganz einfach den Autor selbst zu Wort kommen lassen.
Johannes Meyer beschreibt auf Seite X v seines Fechtbuches, warum das Lange Schwert im Jahre 1570 nicht mehr das ist, was es einmal war:
Nun kompt das man zů der kunst und freien Ritterlichen úbung selbst schreite / nemlich zů den
Háwen / welche das eine rechte Hauptstuck im Fechté (wie solches anfangs gemeldet) seind /
wie viel deren / was ein jeder sey / wie er gemacht und volbracht sol werden / ist nóttig hie etwas
zůsagen / wil allein hie den freundlichen Leser zů vorderst erinnert haben / Dieweil zwischen dem
Schwerdt Fechten zů unsern zeiten / wie bey unsern vornfahren und uralten im gebrauch ge-
wesen / ein grosser underscheid / das ich an disem ort nur was jetz und gebráuchlich / unnd so viel
zům Schwerdt gehórig von Háuwen erzelen / so vil der alten gebrauch aber belangt / wie sie bei-
de mit Hauwen und stechen scharpff gefochten / will ich in seinem gewissen unnd sondern ort
anzeigen.
Meyer will also nur über die Häue schreiben, die darstellen, "was jetz und gebráuchlich" war - die Alten aber fochten "mit Hauwen und stechen". Den Schnitt erwähnt er garnicht - das Ende der Drei Wunder.
Überraschend ist dies nicht, denn Meyer erinnert uns "freundliche Leser" ja selbst daran und zeigt, dass er sich sehr bewusst ist, dass er etwas beschreibt, was "ein grosser underscheid" zum einstigem Fechten mit dem Langen Schwert darstellt.
Blossfechten in Liechtenauer Tradition ist somit etwas anderes, der Autor ordnet sein Langes Schwert selbst ein.
Klingenbreite eines Säbels
August 17th, 2009Bei der Lektüre des Buches "Geschichte des Wiener Fechtsports im 19. und 20. Jahrhundert" von Michael Wenusch ist auf Seite 76 folgende, nette Passage zum Thema "Klingenbreite" besonders aufgefallen:
Im Oktober 1893 erhob Johann Kufahl die Forderung nach Einführung eines "Normalsäbels". Er war ein entschiedener Gegner der schmalen, vierlinigen Klingen [1 Linie - ca. 2,26 mm., Anm. d. Verf.], die außerdem ein unzulässiger Vorteil für Gefechte mit Gegnern wären, die einen schweren Säbel mit bis zu 11 Linien breiten Klingen führten. "Durch die fortgesetzte Herabminderung der Schwere des Säbels hat derselbe fast den Charakter der Hiebwaffe verloren, denn der Hieb erfordert eine gewisse Wucht, welche nicht allein durch den kräftigen Schwung des Armes hervorgebracht wird. Der leichte Fechtsäbel wurde der Fechtweise angepasst, wie sie derzeit im Gange ist, und das ist unserer Ansicht nach gerade das Unrichtige und Verkehrte, denn naturgemäss sollte sich die Führungsart der Waffe accommodieren. Von der vor Jahren gebräuchlichen Hiebfechtschule ist man gänzlich abgekommen". Bei der jetzigen Art Säbel zu fechten, schien dem Autor "der Verfall der Hiebfechtkunst nicht mehr ferne zu sein".
Interessant daran, das diese Forderung eine klare Absage in Richtung Barbasetti war, der die italienische Schule ab 1894 in Wien einführen sollte und der heute gern von Sportfechtern oft als ihr Vordenker genannt wird.
Stammtisch am 17.08.2009 - Fällt aus!
August 10th, 2009Leider müssen wir unseren Stammtisch diesen Monat absagen. Wir freuen uns auf den nächsten Monat und hoffen wieder auf eine zahlreiche Teilnahme.
Euer - Fechtsaal
Alfred Hutton's "Cold Steel" im Netz
August 5th, 2009Hallo,
so nachdem ich jetzt des Öfteren nach Alfred Hutton's "Cold Steel" gefragt worden bin, hier zwei aktuelle Links unter denen man das PDF bekommen kann:
Hutton @ Larpzeit
Hutton @ The ARMA
Natürlich kann der Fechtsaal keine Angaben zum Urheberrecht der entsprechenden PDF's machen. ![]()
In diesem Sinne fröhliches schmökern. Bei Fragen zu einzelnen Techniken stehen wir natürlich immer gerne mit Rat und Tat beiseite.
Ciao
Gerhard