Archiv für: März 2010
Von den Kehle-Griffen
März 27th, 2010Diese Griffe werden auf eine gantz andere Weise außgeführet als die Brust-Griffe, davon wir in dem sechsten Theil gehandelt haben.
Abbildung 1
K fasset den L bey der Kehlen, darauff wirft L seinen Hutt hinweg, drehet seinen Kopf außwertz um, dem K under dem Arm hin, wodurch deß K Hand so versetzet wird, daß er, selbst mit grossem Schmertzen, keinen Gewalt mehr damit thun kan.
Abbildung 2
K fasset den L mit der rechten Hand bey der Kehlen, und drohet mit der Lincken den L zu schlagen, welcher solches merckend, seine beyde Hände zugleich aufhebt, und damit dem K oben auf das vorderste Glied seines Aems schlägt, ihn dardurch zwingend solchen loß zulassen.
Abbildung 3
K fasset den L bey der Kehlen, wie in der vorgehenden Figur angewiesen wird; L fasset wiederum seine beyde Hände zusammen, und schlägt dem K von der Sete her gegen den Ellenbogen, wodurch die Hand nothwendig loß gehen muß.
Abbildung 4
K fasset wiederum den L bey der Kehlen, welcher dieses sehend den K mit beyden Händen bey dem Arm ergreiffet, mit dem ihn L angegriffen hatte, fassende mit seiner Rechten die Hand deß K bey dem Gewerbe, und mit der Lincken den Arm über dem Ellenbogen, und bieget unterdessen seinen Arm einwertz, so wird es K fast unmöglich seine Hand loß zumachen. Doch im fall es geschähe, wie es dann möglich ist, daß L durch stethes drehen die Hand deß K loß machte, so haltet L deß K loßgerissene Hand gegen dessen Brust, schlägt ihn mit seinem Beinen zu Boden, oder stosset ihn mit seinem Knie an das Gemächt, welches dem K grosse Ungelegenheit verursachen kan.
Wie man seinen Widersacher in währendem Gefecht hinweg tragen kan
März 26th, 2010Dise Handlung begreiffet eine angenehme Lust für die Augen der Zuseher, wann solche in das Werck gestellet wird, und ist ebenso wunderlich als lustig, weßwegen man auch auf diese Anweisung insonderheit gute Acht geben mag; Dann der Außgang zeiget wie man seinen Widersacher hinweg tragen könne, welcher unterweilen gegen demjenigen, mit deme er sich gezweyet, auf das heftigste ergrimmet ware, und sich doch alles seines Wüthens ungeachtet, kraftlos von ihme hinweg tragen lassen muste. Welchen Griff der Author vielmahl gebrauchet.
Abbildung 1
I und K stehen bereit einander anzugreifen; K drohet dem I einen Streich zuversetzen, darauf greift I zu, und fasset deß K lincke Hand bey dem Gewerbe, hernach bücket er sich nieder, und schlägt seinen lincken Arm in des K lincken Knie-Bug, ziehende deß K lincken Arm über seine Achsel, und also kan er ihn nach seinem Belieben tragen wo er hin will.
Abbildung 2
Als sich K dessen nicht versiehet, so muß er dem I nothwendig auf die Achseln kommen, und wird von I, ob er schon grösser und schwerer ist, leichtlich hinweg getragen.
Abbildung 3
Wann nun dieser Griff dem K bekandt ist, so druckt er dem I seinen Kopf niederwertz, und benimmet also dem I die Gelegenheit ihn hinweg zutragen.
Abbildung 4
I fühlende daß sein Kopf niederwertz gedruckt wird, bringet deß K lincken Arm außwertz, ziehet seinen Kopf zuruck, hebet mit seiner lincken Hand deß K linckes Bein auf, und wirft ihn also rücklings zu Boden.
Von den Faust-Schlägen
März 25th, 2010Abbildung 1
H und J stehen beyde in Postur einander inwendig deß Arms mit Fäusten zuschlagen in welchem Stand (wiewol die Figur solches nicht anweiset) solte einer dem andern einen Bein-Schlag können beybringen, daß der Geschlagene solte müssen fallen.
Abbildung 2
H schlägt nach dem J, welches J sehend sich niederbückt, wodurch sich H selbst zu Boden schlägt, indessen J sich bückende deß H rechten Fuß ergreift um ihn niederzuwerffen.
Abbildung 3
H fühlende daß er fallet, stosset J mit seinem rechten Knie gegen den Hindern wodurch J auch gezwungen wird zufallen. In diesem Fall greift zwar H auch nach deß J linckem Bein, doch kan er solches nicht erreichen.
Abbildung 4
H und I beyde wieder aufgestanden, als ob sie einander ausser dem Arm wolten schlagen, so schlägt H am ersten nach I, welcher deß H schlagenden Arm alsobald mit seiner rechten Hand hinden bey den Schultern fasset, und mit deß I lincken Hand deß H rechtes Bein, und zwinget also den H zufallen. Welches in folgender Figur noch auf eine andere Weise gezeiget wird.
Abbildung 5
I zwinget den H zufallen, und haltet seinen Arm fest, welchen er zuvor gefasset hatte, und ziehet oder drehet ihn ein wenig um, alsdann ergreiffet er den H mit seiner lincken Hand auf der lincken Schulter, setzet ihm das lincke Knie in die Lenden, und bieget ihn also hintersich; wodurch H um so viel gewisser fallen muß.
Abbildung 6
Doch diesen Fall vorzukommen, wann I sein Knie (wie in der vorhergehenden Figur angewiesen worden) dem H in die Lenden gesetzet hatt, so muß H durch Drehung seiner Achseln so fern trachten loß zu kommen, daß er deß I eine oder andere Hand ergreiffen kan, welche er ergreiffend fest haltet, und drehet selbige (welches hier die Lincke ist) hinderwertz nach deß I Rücken um, und setzet seine andere Hand hinden auf diesen umgedreheten Arm, wodurch H den I zu Boden bringen, oder zum wenigsten ihn zufallen zwingen kan.
Von den Brust-Griffen auff eine andere Weise
März 24th, 2010In diesem Theil werden die Brust-Griffe gantz anders abgekehret, deßwegen wir auch diesen Theil von dem vorgehenden abgesondert; dann darin wird der Griff durch einen Gegen-Griff aufgelöst, und hier geschiehet es auf nachfolgende Weise:
Abbildung 1
H fasset den G bey der Brust, G schlägt mit seiner lincken Hand inner dem Arm die Hand deß H hinweg, und mit seiner Recten muß er hinden den Ermel dieses loßgeschlagenen Arms ergreiffen, und also bringet er diese Hand von seiner Brust hinweg.
Abbildung 2
H steckt seine lincke Hand inwendig durch diesen loßgeschlagenen Arm, und Kehret sich ein wenig um, so daß er zum Theil hinter dem G zustehen komt: Wann sich H nun also fest gesetzet, kan er den G zwingen, daß er für sich muß niederfallen, oder wie er es sonsten begehret.
Abbildung 3
G merckend daß er solte müssen für sich fallen, schlägt mit seinem rechten Bein deß H linckes Bein hinweg, wodurch deß H durchgesteckte Hand Ihre Kraft verliehret, ja selbsten zwischen deß G rechtem Arm beklemmet und gefangen wird. H also bezwungen stehet zugleich in grosser Gefahr, daß ihme vom G die Hand gebrochen werden.
Abbildung 4
Dieses zu vermeiden versetzet G dem H so einen harten Beinschlag, daß er G alsobald ausser dem Arm anfasset, mit seiner Rechten oben an dem Arm deß G, und mit der lincken Hand under dem Ellenbogen, und zwinget ihn also rücklings nieder: Wodurch das Bein deß G, damit er dem H einen Schlag beybringen wolte, kraftloß gemacht wird.
Von zweyen Brust-Griffen
März 23rd, 2010Abbildung 1
Der erste Brust-Griff ist, wann F den G auf der Brust fasset, woraus G den F mit seiner lincken Hand under dem Arm über dem Ellenbogen angreiffet.
Abbildung 2
Nachdem aber F den G also angegriffen, ergreiffet G mit seiner rechten Hand die rechte Hand deß F, und drehet solche so lang um biß F seine Brust loß lasset; Sobald G seine Brust frey bekommen, drehet er deß F rechten Arm mit seiner rechten Hand ganz um, setzende seine lincke Hand hinden auf deß F lincken Arm und stosset ihn also fürwertz zu Boden.